 |
Winterstarre
Inhalt:
| Vorbereitung |
| Ausführung |
| Ende der Winterstarre |
| Tipps |
Die Winterruhe ( Hibernation ) ist für Europäische Landschildkröten äußerst wichtig!
Dem natürlichen Lebenszyklus entsprechend werden bei mir auch die Jungtiere bereits ab dem ersten Jahr für drei Monate überwintert ( näheres zu Besonderheiten bei der Jungtierüberwinterung unter dem Punkt Jungtieraufzucht )
Tiere denen die Winterruhe vorenthalten wird Wachsen zu schnell, werden dadurch oft höckrig, können Nierenschäden bekommen und zeigen kein natürliches Paarungs- und Vermehrungsverhalten mehr.
Vorbereitung
Meine Tiere verbleiben bis in den späten Herbst im bei Unterbringung beschriebenen Frühbeet und können sich so ganz eigenständig auf ihre Überwinterung vorbereiten.

Die Tiere können sich zwar unter dem Elsteinstrahler auch in dieser Zeit auf Betriebstemperatur bringen, wenn aber im Oktober die Tageslängen abnehmen, Sonnenstrahlen nicht mehr so intensiv sind und außerdem in einem ganz anderen Winkel als im Sommer eintreffen stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein, werden sichtlich inaktiver und verschwinden, eine nach der anderen, langsam im Rindenhäcksel/Erdegemisch.
Ende Oktober/ Anfang November sind dann die meisten Tiere bereits ca. 20 cm unter diesem Gemisch eingegraben und ruhen. Den Elsteinstrahler schalte ich ab sobald das letzte Tier sich am Tag nicht mehr blicken lässt.
Ich packe in dieser Zeit noch etwas Stroh auf die Ruhenden drauf und belasse die Tiere im Frühbeet bis dass Thermometer im Inneren des Frühbeets dass Eindringen des ersten Frostes signalisiert.
Ausführung
Dann wird es für mich höchste Zeit die Tiere vorsichtig auszugraben und sie in ihre mit feuchtem Buchenlaub gefüllten Holzkisten unterzubringen dass ich vorher im Wald gesammelt habe.
Der Kellerraum der an einer Außenwand liegt, in die Bohrungen nach außen angebracht sind, ist zum restlichen Keller hin isoliert da dieser in unserem relativ neuen Haus auch im Winter deutlich über 8 ° C hat. Die Bohrungen haben einen Durchmesser von 10 cm. In einer von ihnen ist ein Lüfter eingebaut. Sollte die im Winter normalerweise ziemlich konstanten Temperaturen von 6-8 ° C doch mal auf 10 – 12° C ansteigen kann ich diesen Lüfter zuschalten und so kalte Außenluft in den Raum pumpen.
Wer keinen Keller hat kann auch mal in seiner Garage die Temperatur messen oder Bekannte fragen die vielleicht einen alten Kartoffel- oder Felsenkeller besitzen. Hier ist es jedoch wichtig die Überwinterungskiste mit Maschendraht gegen dass Eindringen von Nagern wie Ratten und Mäuse zu sichern, da diese die in ihrer Winterstarre hilflose Schildkröte annagen und töten können.
Falls kein geeigneter Raum aufzufinden ist, gibt es noch die Möglichkeit die Tiere in einem eigens dafür abgestellten Kühlschrank zu Überwintern. Dabei muss jedoch regelmäßig die Kühlschranktür kurz geöffnet werden damit der nötige Luftaustausch gewährleistet ist.
Eine anderer Möglichkeit ist noch die Tiere „draußen“, d.h. im Frühbeet zu überwintern, wie dass von einigen Haltern sehr erfolgreich praktiziert wird.
Wenn ich ehrlich bin hat mir dazu bis jetzt nur der Mut gefehlt, da ich die Tiere während einer Überwinterungszeit im Frühbeet nur schlecht kontrollieren kann.
Grundsätzlich ist es aber möglich die Tiere in einer wie bei mir unter Unterbringung beschriebenen Frühbeetanlage gefahrlos zu überwintern. Vorteil dieser Methode ist wohl dass die Tiere hier die geringsten Störungen erfahren und in ihnen vertrauter Umgebung ruhen.
Worauf aber unbedingt geachtet werden sollte ist dass nicht zuviel Wasser in die Grube eindringt und eine gute Drainage aus groben Kies am Grund der Überwinterungsgrube eingebracht wurde. Außerdem ist dass Eindringen jeglicher Räuber durch eine entsprechende Absicherung der Grube mit z.B. Maschendraht auszuschließen.
Ende der Winterstarre
Wenn bei mir die Temperaturen im Keller auf Dauer nicht mehr unter 12 ° C zu halten sind wachen auch die hartnäckigsten Langschläfer unter meinen Griechischen Landschildkröten auf. Es ist jetzt März und die Schildis wollen endlich wieder raus aus ihrer
Überwinterungskiste und fangen an sich an die Oberfläche des Substrats zu graben.
Jetzt schalte ich die Temperaturregelung im Frühbeet wieder ein und setze die Schildis wieder in ihre bekannte Umgebung. Anfangs noch träge genießen sie die ersten Sonnenstrahlen die den Frühbeetkasten erwärmen und machen sich nach ein paar Tagen auch schon wieder ans frische Futter. Auch Wasser sollte jetzt immer frisch vorhanden sein und man kann die Tiere im lauwarmen Bad nach der Winterruhe ihre Wasserreserven auffüllen lassen und etwas ihre „Lebensgeister“ wecken.
Wenn sich die Tier etwas gestärkt haben hebe ich auch die normalerweise bei mir praktizierte Geschlechtertrennung auf, denn dass erste was die Männchen nach ihrer 5- 6monatigen Winterruhe im Kopf haben ist nicht etwa Futter, sondern Weibchen .......
Tipps:
- Falls sie kein Frühbeet mit einer Zusatzheizung haben müssen Sie die Tier zumindest Nachts bei Temperaturen unter 12 ° C ins Haus holen und die Überwinterung wie bei „Jungtieraufzucht“ beschrieben einleiten.
- Halten sie Tier aus Gebieten mit kürzerer Winterstarre wie die Unterart T. hermanni hermanni ( 4 Monate ) sollten Sie auch die Sonnenscheindauer im Herbst mit HQL oder HQI- Strahlern im Frühbeet anpassen und entsprechende Temperaturen bereitstellen ( oder die Tiere ins Terrarium holen )
- Buchen- oder Eichenlaub eignen sich am besten zur Überwinterung erwachsener Tiere, da dieses nicht so leicht zerfällt
- Dass Laub darf nicht zu feucht sein da es dann zu einem „ Anschimmeln“ der Tiere kommen kann, ein abtrocknen über die Dauer der Winterruhe ist bei Erwachsenen Schildis wegen ihres größeren Körpervolumens nicht so tragisch wie bei den Jungtieren
- Jungtiere haben etwas abweichende Ansprüche bei der Überwinterung
- Siehe Jungtieraufzucht / Überwinterung
- Temperaturen von 4-6 ° C sind optimal für ruhende Tiere
- keine Temperaturen unter 0 ° C zulassen !
- ruhende Tiere vor Nagern schützen ( Maschendraht etc. ) !
- Wenn kein geeigneter Raum zur Verfügung steht können die Tier auch im Kühlschrank oder Frühbeet überwintern
|