 |
Unterbringung
Meine Zuchttiere von Griechischen Landschildkröten ( Ostrasse; Testudo hermanni boettgeri ) und Breitrandschildkröten ( Testudo marginata ) werden sehr naturnahe und ohne großen technischen Aufwand gehalten.
Die ganzjährige Haltung im Zimmerterrarium lehne ich ab, da ich aus früheren Erfahrungen gelernt habe als ich die Tiere noch während der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst ins Zimmerterrarium überführen musste weile meine Freilandanlage in dieser nasskalten Jahreszeit nicht geeignet war den Tieren dass nötige Licht und die Temperaturen wie in Ihrer Heimat zu bieten.
Bedingt durch die ungenügende Beleuchtung waren die Tiere in dieser Zeit sichtlich inaktiver als wenn sie an schönen Tagen ins Freiland durften.
Auch die Vorbereitung auf die Winterruhe klappt in dem Frühbeet fast ganz ohne mein Zutun. Die Tiere bereiten sich hier ganz natürlich auf die Winterruhe vor.
Keine noch so gute Lampe kann das natürliche Tageslicht ersetzen!!!
Heute ist meine Zuchtgruppe ab März in einem Frühbeethaus untergebracht dass während der kalten Übergangszeit nur von zwei Ellsteinstrahlern, die über eine temperaturgesteuerte Zeitschaltuhr gesteuert, beheizt wird. Die Steuerung stellt mit einfachsten Mitteln eine Nachttemperatur nicht unter 10 ° C bereit und sorgt am Tag für wenigstens 4 h für eine Aufwärmemöglichkeit auf „Betriebstemperatur“ von 35 ° C. Die Beleuchtung wird kostenlos und in vollem Tageslichtspektrum von der Sonne geliefert.
Da sich die Frühbeete auch bei nur kurzer Sonneneinstrahlung schnell aufheizen bleiben die Ellsteinstrahler die meiste Zeit des Jahres ausgeschaltet.
Das Frühbeet sitzt auf einem 40 cm hohen Unterbau aus Nut – und Federbrettern dessen Doppelwandige Ausführung die Isolierung des Zwischenraums mit Pavatherm Holzfaserplatten erlaubte.
In diesen Holzunterbau sind 2 Schiebetüren eingelassen die als Ein- / Ausgang für die Tiere dienen und bei kalter Witterung oder Nachts verschlossen werden können.
Das Betonfundament auf dem die ganze „Schildkrötenhütte“ steht reicht 1,20 m in den Boden und ist nach außen mit Styrodurplatten vom Erdreich isoliert. Der Boden der Grube ist mit Maschendraht gegen das Eindringen von Nagern gesichert. Die ganze „Überwinterungsgrube“ ist dann mit einer Rindenhäcksel - / Erdmischung bis 30 cm unter den Rand der Grube aufgefüllt worden.

Ebenerdig zum Eingang angebrachte Betonplatten über denen der Strahler installiert ist dienen als Sonnenplatz und
Wärmespeicher, während eine Rampe aus einem Brett mit quergeschraubten Latten in den 20 cm tiefer liegenden Schlafbereich führt der mit Stroh ausgelegt ist.
Die Betonplatte dient so als Unterschlupf und Schlafhöhle. Eigentlich war dieser Aufbau für eine Überwinterung der Tiere im Freiland gedacht, wofür ich bis jetzt allerdings nicht den Mut aufgebracht habe.
Die ganze Frühbeetanlage steht vor einem nach Westen ausgerichteten Hang dessen sandige Beschaffenheit ideale wärmespeichernde und schnell abtrocknente Eigenschaften aufweißt. Ein sandhaltiger Südhang wäre natürlich noch besser.
Die teilweise Hanglage regt die Tiere zum ausgiebigen klettern an und hält sie fit. Bepflanzt ist dieser Hang mit Koniferen, Majoran, Salbei, Goldfelberich und Wildrosen. Auf dem flacheren Nordteil der Anlage ist der frühere fette Rasenboden zum Teil abgetragen und der Rest mit Sand und grobkörnigem Schotter abgemagert. Außerdem ist in der Mitte ein Eiablagehügel aus Sand aufgeschüttet der mit Natursteinterassen gegen Erosion geschützt ist. Die Nordseite des Hügels ist zum Wohlbefinden der Tiere bei der Eiablage mit einer Essigrose, Lavendel, Ysop und Nachtkerzen als Blickschutz bepflanzt.
Im größten Teil der Anlage lasse ich dass Gras sehr hoch werden, die Tiere fühlen sich in dieser schützenden Wildnis wohl und bilden richtige Trampelpfade die dann auch frei von Bewuchs bleiben. Nie sollte man eine Griechische Landschildkröte auf einem kurzgeschorenen Rasenstück halten. Hier bietet sich weder genug Deckung für die Tier noch ist der Untergrund trocken genug.
Durch den abgemagerten Boden und das gelegentliche flächige Herausreisen von Grasbüscheln werden Sonnenplätze und der Eiablagebereich frei von Bewuchs gehalten.
Außerdem sollte in einem Gehege für Europäische Landschildkröten noch eine, besser mehrere, Wasser und Futterstellen angebracht sein.
Die Futterstellen könne aus Steinplatten oder tönernen Blumentopfuntersetzern gestaltet werden, die leicht zu reinigen sind. Für Agrobs empfehlen sich in jedem Fall Blumentopfuntersetzer, da die Tiere dass Futter sonst im ganzen Gehege verteilen wenn sie durchlaufen.
Am besten ist es diese Futterstellen im Schatten anzulegen, da dass Futter dann nicht so schnell welk wird. Des weiteren füttere ich meine Tiere auch nicht immer an den Futterstellen sonder lege dass Futter auch an „unwegsameren“ Stellen im Gehege aus um die Tiere anzuspornen nach dem Futter zu Suchen. Dies hält die Tiere erstens beschäftigt und erhält etwas den natürlich Trieb der Futtersuche. Tiere die ihr Futter immer vor der Hütte auf dem „Servierteller“ erhalten haben es nicht nötig im Gehege umherzustreifen und Futter zu suchen!
Dass ist übrigens auch der Grund weswegen ich mehrere feste Futter- und Wasserstellen im Gehege angebracht habe.
Umfriedet ist das ganze Areal mit gehobelten Fichtenbrettern die an im Boden einbetonierten Stahlstangen oder Kanthölzern angeschraubt sind.
Noch nie konnte ich bei meinen Tieren ein Untergraben der Umfriedung beobachten, weshalb die Umfriedung an den meisten Stellen kein Fundament zur Ausbruchsicherung beinhaltet.
Bei Vierzehenlandschildkröten mag dies etwas problematisch sein, meine Tiere haben jedoch auch nie Anstalten gemacht sich gerade unter der Umfriedung durchzuwühlen sondern bevorzugten immer dass lockere Sand-/Erdegemisch unter einem Busch des Eiablagehügels zum graben.
Lediglich nach oben hin ist die Bretterwand durch ein in etwas Abstand montiertes Rundholz vorm Überklettern abgesichert oder durch die bloße Höhe der Wand von minimal: Panzerlänge + 15 cm unmöglich gemacht. Auch hier habe ich nie einen Ausbruchsversuch beobachten können.
Falls eine Schildkröte doch ständig versucht die Umfriedung zu Überwinden ist dass ein sicheres Zeichen dass ihr etwas an Ihrer Unterkunft nicht zusagt. Mag dass die ersten Tage, beim eingewöhnen in ein neues Gehege noch legitim sein sollte man bei andauerndem Fehlverhalten nach der Ursache forschen.
Diese können sein:
- - Die Umfriedung besteht aus durchsichtigem Material wie Maschendraht ( völlig ungeeignet ), Glas, Lattenzaun etc. die von der Schildkröte nicht als Hindernis Wahrgenommen werden
- + Am besten für die Schildkröte nicht durchsichtige Materialien wie Holz, Beton, Naturstein usw. verwenden
- - Das Gehege bietet nicht genug Deckung und Versteckmöglichkeiten, die Schildkröte fühlt sich bedroht und versucht zu entkommen
- + Das Gelände stärker strukturieren ( Büsche und Stauden einpflanzen, Versteckmöglichkeiten schaffen )
- - Das Gehege ist zu klein für die Schildkröte
- + Gehege Vergrößern
- - Starke Verfolgung durch einen Artgenossen
- + Gehege stärker strukturieren, Sichtbarrieren und Hindernisse wie Hügel, Baumstämme u. Findlinge ins Gehege einbringen. Wenn dies nichts hilft Tiere trennen.
|