Fütterung im Jahresverlauf

Inhalt:
| Frühjahr / Sommer |
| Herbst |
| Winter |
| Ungeeignetes Futter |
| Futterzusätze |
| Tipps |


Füttern sollte man die Landschildkröten wie in ihrem natürlichen Lebensraum!
- Mit faserreichen Wildkräutern.




Frühjahr / Sommer

Ich bin bei mir dazu übergegangen den Tieren zweimal am Tag, am besten morgens und am späten Nachmittag einfach Wildkräuter einer unbehandelten, blattreichen Wildkräuterwiese abzureisen/abzuschneiden ohne dabei selektiv nur bestimmte Pflanzenarten auszuwählen.
Diese Methode finde ich besser da die Tiere durch den Wiesenschnitt eine vielseitigere und artenreichere Ernährung erfahren.
Pflanzen die ihnen nicht schmecken sondern die Tiere selbst aus. Auch vermeintlich giftige Pflanzen wie Hahnenfuß werden dabei gefressen und haben bis jetzt noch zu keinen Problemen geführt.

Einziger Nachteil dieser sehr einfachen Methode die Schildkröten abwechslungsreich zu ernähren ist, dass größere Restfuttermengen jeden Tag entsorgt werden müssen, da z.B. verschiedene Gräser nicht gefressen werden und deshalb liegen bleiben. 
Über einen Tag getrocknetes Futter wird jedoch noch gern von den Tieren aufgenommen, sollte jedoch nicht über diesen Zeitraum hinaus im Gehege liegen, da es durch darüber laufende Tiere und Kot mit der Zeit stark verschmutzt.



Bild links: Bade- u.Trinkschale





 

 




Herbst


 Ein weiteres gutes Futtermittel, vor allem für die Übergangszeit in der Wildkräuter noch rar sind, ist Agrobs.
Agrobs sind Heupellets deren heu im Alpenvorland in Bio – Qualität angebaut, getrocknet und verpresst wird. 
Im Wasser aufgeweicht, fressen es die Tiere nach etwas Gewöhnungszeit recht gerne. – Ansonsten einfach ein paar Tage hungern lassen und erneut versuchen.

Außerdem kann man mit etwas Geduld im Herbst bis zum ersten Schnee Spitz- und Breitwegerichrosetten mit einem Messer aus dem Boden stechen. Eine weitere Möglichkeit ist blattreichen Wiesenschnitt selbst zu trocknen und dass Heu in der Überganszeit zu verfüttern. 

 



Winter

Im Winter schlägt dass Herz unserer Schildis nur einmal in der Minute, an fressen denkt da keine den sie halten alle, auch die kleinsten, Winterruhe !


Ungeeignetes Futter

Ungeeignet zur dauerhaften Ernährung von Landschildkröten sind Salate wie Kopfsalat, Feldsalat und Endivien.
Ich verfüttere diese nur während der Wintermonate an meine Nachzuchten, wenn andere Alternativen fehlen. Immer überstreue ich dieses protein - und eiweißreiche Kulturgemüse mit „ Agrobs Babynahrung “ um die Salate etwas faserreicher zu machen.


Futterzusätze

 Da Landschildkröten ausnahmslos in sehr kalkreichen Gebieten vorkommen ist es sehr wichtig vor allem Jungtieren für ihr Knochen- und Panzerwachstum ausreichend Kalk zur Verfügung zu stellen. Auch trächtige Weibchen benötigen sehr viel Kalk zum beschalen der Eier und lösen diesen kurzfristig sogar aus ihren Knochen aus.
Am einfachsten stellt man die Kalkversorgung sicher wenn immer ein paar Sepiaschalen oder gekochte Hühnereierschalen im Gehege liegen und die Tiere sich bei Bedarf selbst bedienen können. 
Auch Vitamine braucht die Schildkröte natürlich. Meiner Meinung nach braucht sich aber ein Pfleger der seine Tiere artgerecht den Sommer im Garten hält und abwechslungsreich Füttert darüber keine Gedanken machen.
Die Tier nehmen über dass Futter genügend davon auf und können auch dass bei einer Rachitis mangelnde Vitamin D über die natürliche Sonnenstrahlung selbst produzieren.

 Warnen möchte ich vor dem Einsatz von Vitaminpräparaten aus dem „Zoofachgeschäft“ oder der Tierzucht, da diese Mittel für den Laien sehr schwer zu dosieren sind und bei einer Überdosierung zu starken Vergiftungen bei den Schildis führen können.
Sollten Sie ein kränkelndes Tier haben stellen sie es unbedingt einem fachkundigen Tierarzt vor !

 

Bild links: Sepiaschale

 

 

 

 

Tipps:

  • Bei allen verwendeten Futtermitteln immer darauf achten dass diese unbehandelt und nicht belastet sind. Also am besten beim Biobauern kaufen, im eigenen Garten ziehen und nicht an Straßenrändern sammeln ! 
  • Endivien u. Feldsalat in den Wintermonaten für Jungtiere mit „ Agrobs Babynahrung“ bestreuen
  • Ganze „ Hände voll Wiese “ abreisen und verfüttern
  • Kein Hunde- oder Katzenfutter, Brot, Reis und Kartoffeln verfüttern
  • Faserreiches Futter wie Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Disteln sind auf Dauer besser für Schildkröten als „ faserarmes „, „ fettes „ Kulturgemüse
  • Kalk in Form von Sepiaschalen oder gekochten Eierschalen sollten immer im Gehege liegen
  • Bis zum ersten Schnee können noch grüne Spitz- und Breitwegerichrosetten aus dem Boden geschnitten werden
  • Selbst etwas Heu für den Winter trocknen
  • Teile des Freigeheges abtrennen und mit Wildkräutern zur „ Futterwiese „ ansähen.



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